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  • AutorenbildLara

Deutsche Meisterschaft 2023: Keine runde Sache…


Die Deutschen Meisterschaften sind entschieden. Bei mir lief es leider dieses Jahr nicht ganz so rund, sodass ich „nur“ auf dem 4. Platz gelandet bin. Damit habe ich mein Ziel „Titelverteidigung“ und auch einen Treppchenplatz verfehlt.

Trotzdem habe ich die ein oder andere schöne Partie gespielt, die ich euch natürlich hier auf meinem Blog nicht vorenthalten will.


In der ersten Runde spielte ich gegen Alissa Wartenberg. Ich kam aus der Eröffnung heraus mit Schwarz in Vorteil, vermurkste es aber in Zeitnot dann in ein unklares, ausgeglichenes Endspiel. Ich versuchte jeden Trick, der mir einfiel, um Gewinnchancen zu wahren.



Letztendlich beging meine Gegnerin in diesem schwierigen Endspiel den entscheidenden Fehler. Hier hält nur ein einziger Zug Remis für Weiß! Überlegt gerne, welcher dies sein könnte und warum alle anderen Züge verlieren. 😊










Alle Königszüge verlieren: Kd3 und Kd5 lassen den sofortigen Durchbruch …e4 zu! Der Springer wird von c3 vertrieben, sodass immer entweder der a- oder e-Bauer zur Dame wird. Meine Gegnerin entschied sich deshalb für Ke3. Doch auch dieser Zug verliert. Das sofortige e4 funktioniert dieses Mal aber nicht. Nach Sa2 kann der e-Bauer nicht gedeckt werden. Also spielte ich zunächst Ke6. Nach Abwartezügen von Weiß läuft der schwarze König zum a-Bauern und bringt diesen durch. Weiß muss also etwas tun. Der Partiezug war Kd2. Doch nun funktioniert wieder e4! Es folgte Sxe4 a2 Sc5+ Kd5 Sb3. Aha, der Bauer wurde aufgehalten, also Remis? Nein! Kc4 Kc2 Kxb4 und Zugzwang! Jeder weiße Zug lässt entweder a1=D zu oder verliert den Springer. 0-1



Die einzige Verteidigung ist b5 mit der Folge Ke6 b6 Kd7 b7 Kc7 und nun Sb5+ mit Gabel auf König und a3-Bauer. Remis.



Meine Partie der zweiten Runde gegen Dr. Anita Just hat mir ganz besonders viel Spaß gemacht. Auf dem Brett befand sich zwar eine symmetrische Bauernstruktur, bei der ich allerdings den großen Vorteil des Läuferpaars innehatte. Nach und nach habe ich nun meine Stellung verbessert und den gegnerischen Springer eingeschränkt.


Letztendlich konnte ich nach dem Turmtausch mit dem Manöver Kb4-a5-b6-b7 durchbrechen und gewinnen.











In Runde 3 verlor ich sehr ärgerlich gegen Carmen Voicu-Jagodzinsky. In Gewinnstellung schwächte ich in Zeitnot meinen König unnötig und ließ zu, dass sie mit ihrer Dame an meinem König herankommt und mich damit sofort Matt setzt.




Nach dieser enttäuschenden Niederlage konnte ich mich aber recht schnell wieder fangen und am selben Tag in der Nachmittagsrunde in einer nahezu einwandfreien Partie gegen Ornella Falke gewinnen.






Die 5. Runde gewann ich ebenfalls, dieses Mal mit einer schönen Angriffspartie gegen Annemarie Meier. Nachdem ich mehr oder weniger freiwillig einen Bauern opferte, bekam ich eine gefährliche Initiative am Königsflügel.



In dieser Stellung hatte ich bereits meinen Bauern zurückgewonnen. Nach Txb2 Tbx2 g3 gewinnt Sh3+ Kh2 Dh5. Der Springer kann wegen Txf2 nicht geschlagen werden. Es folgte g4 Dh4 und erneut ist der Springer wegen Txf2 oder Dxf2 unantastbar. 0-1







Danach spielte ich in allen vier verbleibenden Partien Remis, womit ich natürlich nicht gerade zufrieden bin. Gegen die neue Deutsche Meisterin Kateryna Dolzhykova kam ich gut aus der Eröffnung und gewann einen Bauern. Dafür musste ich aber meinen König sehr schwächen, sodass sie gute Kompensation besaß und ich mich gezwungen sah, der Zugwiederholung zuzustimmen.




Danach hielt ich ein Schwerfigurenendspiel mit einem Bauern weniger gegen Jana Bardorz Remis.








Gegen Luisa Bashylina spielte ich aus einem leicht besseren Turmendspiel eine Gewinnstellung heraus, verpasste aber den kritischen Moment völlig und ließ eine Remisabwicklung zu.










In der letzten Runde war ich gegen Karoline Gröschel guter Dinge, als ich in dieser Stellung Sg4 entkorkte. Für mich sah dieser Zug in der Partie absolut überwältigend aus: Abzug auf den Turm und die Drohung Dh4 mit Doppelangriff auf die Bauern h2 und f2. Leider stellte sich heraus, dass ich zwar den Bauern gewinne, die Stellung am Ende allerdings sogar trotzdem besser für Weiß ist.

Es folgte Sxc6 Dh4 Sf3 Dxf2 Kh1 bxc6 Te2 Dc5 De1 und die Engine gibt weißen Vorteil an, da mein Königsflügel einige Zeit zur Entwicklung braucht.



In dieser Stellung opferte meine Gegnerin mit Txf6 einen ganzen Turm, um meinen König in die Mitte des Brettes zu locken. Nach Kxf6 Df1+ Ke5 Te1+ Kd6 Dxf7 Dg5 b4! The8 Td1+ Dd5 Txd5 cxd5 entstand ein ausgeglichenes Endspiel mit zwei Türmen gegen eine Dame, welches wenig später in einem Dauerschach endete.







Wie schon in meinem Vorbericht zur Deutschen Meisterschaft erwähnt, waren die Rahmenbedingungen dieses Mal alles andere als ideal. Neben dem zweimaligen Unterkunftswechsel im Turnier war auch der Spielsaal eine Katastrophe: Eine nicht-klimatisierte Turnhalle. Bei einer Außentemperatur von über 30 Grad kann man sich vorstellen, wie es sich anfühlt 4-5 Stunden, bei Doppelrunden auch gerne mal an die 10 Stunden, in einer Turnhalle zu verbringen, in der sich die Hitze anstaut und es gefühlte 50 Grad heiß ist. Auch die Unterbringung in Zimmern mit Jugendherbergsstandard ist meiner Meinung nach für eine Deutsche Meisterschaft nicht angebracht.



Mit Schiedsrichter Roland Katz

Ich bin insgesamt mit 6 Punkten aus 9 Runden auf dem 4. Platz gelandet. Natürlich bin ich mit meinem Ergebnis nicht zufrieden.

Das Turnier hat mir trotzdem großen Spaß gemacht, da die Atmosphäre unter den Teilnehmern bei der Deutschen Meisterschaft immer eine ganz besondere ist und sich die Schiedsrichter auch in diesem Jahr wieder viel Mühe für einen reibungslosen Turnierablauf gegeben haben.







Als nächstes spiele ich beim Lessing-Open in Wolfenbüttel, welches schon nächstes Wochenende stattfindet.


Bis bald, eure Lara



Alle Fotos von Paul Meyer-Dunker

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