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  • Lara

Sitges Chess Festival: Meerblick, Palmen und die Tücken der Turmendspiele


Hallo zusammen,


gerade spiele ich das Chessable Sunway Chess Festival in Sitges, in der Nähe von Barcelona. Bisher sind 6 von 10 Runden gespielt, ich stehe bei 3,5/6 Punkten. Nach dem freien Tag gestern nutze ich die Gelegenheit, euch hier auf meinem Blog zu berichten.




Das Chessable Sunway Chess Festival ist eines der stärksten Open in Europa. Von 325 Spielern im A-Turnier sind 186 Titelträger, davon 43 Großmeister. Insgesamt sind Spieler aus 55 Ländern vertreten.



Der Spielort ist das Sunway Hotel in Sitges, welches genau am Meer liegt. Aus dem Spielsaal hat man direkten Blick auf die Promenade mit vielen Palmen und auf das Meer. Dies ist mit Abstand der beste Ausblick aus meinem Hotelzimmer und dem Spielsaal, den ich je hatte.





Ich startete mit einem Sieg gegen die israelische Spielerin Maya Tadmor. In dieser Stellung gibt es wegen des weit vorgerückten d-Bauern einige verschiedene Wege zum Sieg.









Ich wählte Lb7, wonach ich forciert eine Figur gewinne. In der Partie folgte Ke7 d8=D Kxd8 Txf7.













Alternativ kann Schwarz statt Ke7 auch Le6 versuchen, doch dann folgt Tc8+ Ke7 Te8+ Kxd7 Lc6+ und nach Kd6 Td8+ gewinnt man den Turm auf d3, während nach Kc7 der Läufer auf e6 hängt.









In Runde 2 erreichte ich gegen den spanischen IM Gerard Ayats Llobera eine Traumstellung im Rauzer-Sizilianer. Allerdings hätte ich im entscheidenden Augenblick etwas aufmerksamer gegenüber der gegnerischen Gegenspiel-Möglichkeiten gegen meinen ziemlich schwachen König sein sollen und so musste ich mich ärgerlicherweise geschlagen geben.



In den Runden 3, 4 und 5 kam ich jeweils gegen meine elo-schwächeren Gegner aus Spanien und der Türkei nicht über ein Remis hinaus. Diese verflixten Turmendspiele sind halt doch immer Remis 😉






In Runde 6 bekam ich gegen den Spanier Joaquin Noria Silvestre mein viertes Turmendspiel in diesem Turnier aufs Brett, doch dieses Mal war es zum Glück ein für mich gewonnenes. Das Turmmanöver nach g4 gewinnt den weißen Turm für den Bauern und mein König kann sehr schnell den weißen Bauern aufhalten.








Bisher war es also schachlich und elo-technisch kein ideales Turnier für mich, aber dennoch macht dieses Turnier hier sehr viel Spaß: die Partien waren interessant, die Organisation ist top und der Spielort traumhaft schön. In den letzten 4 Runden werde ich natürlich nochmal mein Bestes geben.











Für den freien Tag hatte ich mir gleich morgens eine Führung durch den Palast Maricel de Terra gebucht. Das ehemalige Hospital Sant Joan Baptista aus dem 16. Jahrhundert, was von einer amerikanischen Familie Anfang des 20. Jahrhunderts mit beeindruckenden Kunstsammlungen ausgestattet wurde, wird heute noch für Tagungen und gesellschaftliche bzw. kulturelle Veranstaltungen genutzt. Am beeindruckendsten waren der Innenhof und die Terrassen, die komplett mit verzierten blauen Fliesen gestaltet sind.


Anschließend besuchte ich den Weihnachtsmarkt in Sitges. Das erste Mal, dass ich bei angenehm warmen 20 Grad auf einem Weihnachtsmarkt mit Palmen und Meer im Hintergrund war. Witzig waren auch einige als Weihnachtsmänner und Grinches verkleidetete Jetski-Fahrer auf dem Meer.



Heute geht es um 16:30 Uhr weiter mit Runde 7. Ich freue mich über jeden Daumen, den ihr drückt! 😉


Ich berichte euch im nächsten Blogeintrag von der zweiten Hälfte meines Turniers hier in Sitges und von meiner Weiterreise nach Kasachstan, wo ich zwischen Weihnachten und Silvester die Schnell- und Blitzschach-Weltmeisterschaft spiele.


Bis bald,

eure Lara

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