Schacholympiade 2026 in Samarkand/Usbekistan – ein ganz besonderes Turnier

Nun ist die Schacholympiade in Samarkand tatsächlich schon wieder vorbei. Hinter mir liegen zwei intensive Wochen mit unglaublich viel Schach, spannenden Mannschaftskämpfen und vielen besonderen Momenten.
Schon die Eröffnungsveranstaltung hat gezeigt, welchen Stellenwert Schach und die Olympiade in Usbekistan hat. Es gab eine große Show, inklusive vieler usbekischer Tänze, Live-Musik mehrerer Orchester, einer Drohnenshow und Feuerwerk.
Für Deutschland spielten bei den Frauen Dinara Wagner, Elisabeth Pähtz, Hanna Marie Klek, Jana Schneider und ich. Unsere Trainer waren unser Bundestrainer Zahar Efimenko und Co-Trainer Vladimir Baklan.


Bis zur 8. Runde lief es für uns als Mannschaft super. Wir gewannen gegen Malta, Irland, Belarus, Israel, Rumänien und Österreich und verloren lediglich gegen die starken Teams aus Kasachstan und Indien, die am Ende Silber und Bronze holten. Leider gerieten wir jedoch in Runde 9 gegen Indonesien und in Runde 10 gegen Lettland ins Straucheln und verloren die Matches. Das war natürlich sehr ärgerlich, besonders gegen Indonesien hatten wir sehr gute Chancen zu gewinnen. Aber so ist das im Sport, man muss auch mit Rückschlägen umgehen können und das nächste Mal umso stärker zurückkommen. In der Schlussrunde konnten wir dann das Turnier zum Glück nochmal mit einem positiven Ergebnis abschließen und besiegten Montenegro.

Ich spielte 10 von 11 Partien, pausierte nur einmal und holte 6 Punkte.
Meine persönlichen Highlights waren die Matches in Runde 6 gegen Rumänien und in Runde 8 gegen Österreich. Bei diesen Matches spielten jeweils die ersten drei Bretter Remis und ich gewann meine Partien am vierten Brett. Damit lieferte ich jeweils den entscheidenden ganzen Punkt zum 2,5-1,5-Mannschaftssieg in diesen umkämpften Matches. Über solche Siege freut man sich in einem Mannschaftsturnier natürlich besonders. Der eigene Punkt zählt plötzlich nicht nur für einen selbst, sondern entscheidet darüber, ob man am Abend gemeinsam einen Sieg feiern kann. :)

Im Match gegen Rumänien gewann ich gegen Andreea-Marioara Cosman mit dieser Kombination. Hier funktioniert die Gabel mit Sd6. Meine Gegnerin plante dagegen die taktische Idee Tg4. Nun darf ich die Dame nicht sofort schlagen, da mein König dem Dauerschach nach Txg2 Kh1 und einem Abzug nicht entkommen kann. Ich kann aber zuerst das Zwischenschach mit Dd8+ Kh7 geben, denn nun greift die Dame nach Sxf5 Txg2 Kh1 den schachgebenden Läufer an. So gibt es kein Dauerschach und ich hatte die Dame mehr.
Gegen die Österreicherin Emilia Deak-Sala spielte ich lange ein ausgeglichenes Endspiel auf Gewinn. Mir gelang es schließlich sie in einem komplizierten Läuferendspiel zu überspielen. Die Partie habe ich noch vor Ort bei ChessBase analysiert.
Nach der Partie entstand dieses schöne Video, wie ich von unserem Präsidenten Paul beglückwünscht werde.
Hier findet ihr die Analyse:
In der Abschlusstabelle landeten wir auf Platz 29. Damit sind wir natürlich nicht wirklich zufrieden. Gerade nach unserem guten Zwischenstand nach acht Runden hatten wir uns für den Schlussspurt mehr vorgenommen. Trotzdem gab es viele gute Mannschaftskämpfe und viele Momente, an die ich mich sehr gerne erinnern werde.
Am letzten Tag gab es dann noch einen tollen Grund zum Feiern. Unsere Männer-Mannschaft spielte eine fantastische Olympiade und gewann Bronze! Das machte natürlich auch die Siegerehrung zu einem ganz besonderen Abschluss.
Bevor das Turnier startete, hatten wir auch die Gelegenheit, ein bisschen Samarkand anzuschauen. So waren wir am gigantischen Registan Platz mit drei riesigen Koran-Schulen, besichtigten das Timur-Mausoleum und schlenderten durch die wunderschönen mosaikverzierten Mausoleen der Shahi-al-Zinda. Außerdem besuchten wir den großen Syob-Bazar, wo wir u.a. usbekisches Keramik und ein Schachbrett mit besonderen usbekischen Figuren für meine Sammlung kauften.
In Samarkand war ich übrigens Millionärin🤪. Ein Euro sind nämlich 13.000 Som. Als ich also 100 Euro umtauschte, hatte ich plötzlich 1.300.000 Som in der Tasche. Dieser Umrechnungskurs war wirklich außergewöhnlich und man musste sich erstmal daran gewöhnen im Taxi 40.000 zu bezahlen. Das war allerdings super günstig, denn 40.000 sind eben noch nicht einmal 5 Euro. ;)
Nun steht schon die nächste große Reise an. Am 08. Oktober fliege ich nach Liaocheng in China, wo ich bis zum 16. Oktober an der Studenten-Weltmeisterschaft teilnehme. Ihr müsst eure Daumen also gedrückt lassen. :)
Bis bald!
Eure Lara

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