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Runde 7-9 oder wie ich meine Aufholjagd startete


Erholt vom freien Tag ging es frisch in Runde 7. Anscheinend war ich aber wohl doch nicht so frisch, denn gegen die Polin Liwia Jarocka beging ich gleich im 7.Zug eine Ungenauigkeit und kam mit Weiß gleich eine schlechtere Stellung. Da ich auch später die Möglichkeiten zum Ausgleich ausließ, verlor ich verdient.

Doch von Niederlagen zurückzukommen, muss man als Schachspieler und generell als Sportler möglichst gut beherrschen.

In Runde 8 spielte ich gegen die Norwegerin Thyra Kvendseth, die bis dahin ein sehr gutes Turnier spielte. Ich hatte schon in Eröffnung, Benoni, keine Probleme und erreichte eine eigentlich locker gewonnene Stellung. Doch wie sooft ließ ich die Sache noch einmal unklar werden. Denn wie schon Lasker wusste, sind „am schwierigsten zu gewinnen die gewonnen Partien“. Ich gewann nur eine Qualität, doch mit den Bauern an einem Flügel und ihrer aktiven Königsstellung war die Partie eigentlich nicht mehr zu gewinnen. Auf gut Glück tauschte ich meinen Turm gegen ihren Läufer und leitete so in ein einfaches Bauernendspiel über. Doch anstatt den offensichtlichen Remisweg zu spielen, führte sie den einzigen Verlustzug aus. Wir haben über 5 Stunden gespielt und waren die Letzten im Turniersaal. Meine Ausdauer wurde also letztendlich belohnt.

Die Norwegerinnen sind mir bei diesem Turnier sehr sympathisch, verloren doch beide ein remises Endspiel gegen mich ?.

Die 9.Runde sah Daria Yurasova aus Russland für mich vor, die eine Elo von knapp 2200 aufwies. Meine Chance endlich mal gegen eine Stärkere zu gewinnen, die ich auch genutzt habe. Ich spielte eine schöne Partie, in der ich ihren Philidor auseinandernahm und sie als nettes Finish Matt setzte.

Nun stehe ich mit 6 Punkten aus 9 Runden wieder gut da und kann meine Aufholjagd hoffentlich weiter fortsetzten.

Außerdem möchte ich euch ein tolles Zitat, welches ich gelesen habe, nicht vorenthalten:

„Es stellt sich heraus, dass die Hälfte aller Varianten, die während eines Turnierspiels berechnet werden, überflüssig sind. Schade, dass man im Voraus nicht weiß, welche Hälfte!“- Timman

©2020 Lara Schulze