• Lara

Mein Powergirls-Rückblick und wie es nun für mich weitergeht


Vor einem Jahr startete das Powergirls-Programm: Eine finanzielle Förderung für sechs Frauen aus dem Bundeskader, die von unserem Sponsor Immobiliengruppe Krulich ermöglicht wurde. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich Teil des Programms war. Nun, da knapp ein Jahr vergangen ist, wurden wir Powergirls vom Deutschen Schachbund dazu aufgefordert, einen Bericht über unser Powergirlsjahr zu schreiben. An diesem Powergirls-Jahresrückblick möchte ich euch gerne hier auf meinem Blog teilhaben lassen. Es erwartet euch neben dem Rückblick auf das Powergirls-Jahr, welches gleichzeitig mein Schachjahr war, auch ein Ausblick, wie es jetzt schachlich und studiumstechnisch für mich weitergeht.


"Das Powergirls-Programm war ein voller Erfolg für mich. Nachdem ich im Juli 2021 mein Abitur abgeschlossen habe, startete ich mein Schachjahr, also ein Jahr als Vollzeit-Schachprofi. Das Powergirls-Programm kam für mich genau zur richtigen Zeit und hat mir hervorragend in meinem Schachjahr geholfen. Es hat mich darin unterstützt, so viele Turniere und Meisterschaften wie möglich zu spielen, sowohl in Deutschland als auch im Ausland. Dadurch konnte ich auch meine internationalen Kontakte in der Schachwelt erweitern. Ich habe von Juli 2021 bis Juni 2022 164 Elo-ausgewertete Partien in insgesamt 22 Turnieren gespielt (mit klassischer Bedenkzeit). Dazu kamen noch Schnellschachturniere. Für mich ist das Spielen von Turnieren ein wichtiger Teil, um mein Schachverständnis weiter voranzubringen. Die Analysen der eigenen Turnierpartien mit meinem Heimtrainer zeigen mir am besten meine speziellen Stärken und Schwächen auf und stellen eine sehr effektive Art des Trainings für mich dar.

Meine größten Erfolge in diesem Powergirls-Jahr waren folgende:


- Deutsche Frauen Einzelmeisterin im Schnellschach (September 2021)

- Europameisterin U20 (Oktober 2021)


Weiterhin erreichte ich schon gleich am Anfang des Powergirls-Jahres den WIM-Titel (Woman International Master), mein nächstes Ziel ist der WGM-Titel (Woman Grandmaster). Dazu kamen Bundesliga- und Nationalmannschafts-Einsätze, German Masters-Teilnahmen und viele erfolgreiche Teilnahmen an Opens.


Ich nutzte dieses Schachjahr auch dazu, mir Gedanken darüber zu machen, ob Schachprofi auf Dauer der richtige Beruf für mich ist. In diesem Jahr habe ich festgestellt, dass meine Leidenschaft und Begeisterung fürs Schachspielen so groß sind, dass ich unbedingt damit weitermachen möchte, als Schachprofi auf so vielen Turnieren und Meisterschaften unterwegs zu sein, zu trainieren und mich zu verbessern. Ein Studium halte ich aber trotzdem für sinnvoll, als Absicherung und auch Ergänzung zum Beruf als Schachprofi. Für mich habe ich nun eine ideale Möglichkeit gefunden, den Schachprofiberuf mit einem Studium zu kombinieren, ohne eines von beiden vernachlässigen zu müssen: Ein Fernstudium. Am 1. Juli 2022 habe ich an einer Fern-Universität begonnen zu studieren. Dabei kann ich mein Studium, zeitlich und örtlich sehr flexibel, an meine Turnier- und Trainingszeiten als Schachprofi anpassen. Da ich schon immer fasziniert und begeistert von der Thematik der Schach- und Sportpsychologie war, habe ich mich für ein Psychologie-Studium entschieden, im Speziellen „Wirtschaftspsychologie“. Viele Inhalte dieses Studiums kann man auf den Schachberuf anwenden; so bietet das Studium eine Ergänzung und einen anderen Blickwinkel auf das Schachspielen.


Mein Schachjahr mit dem Powergirlsprogramm hat dazu beigetragen, dass ich mich dazu entschieden habe, weiterhin Schachprofi zu sein und mein Studium an den Schachberuf anzupassen."


Was soll ich sagen, Leute: Ich bin absolut schach-süchtig. :D Das Schachprofileben ist einfach genau mein Ding. Aber dieses Fazit wird euch wohl kaum verwundern. ;)


Mein Turnierplan für die nächsten Wochen ist auch wieder gut gefüllt: Morgen startet der "Sportland NRW Cup der Frauen" in Dortmund als Teil der 49. Dortmunder Schachtage. Danach bin ich beim Bamberger Open am Start. Im August folgt dann für mich die Deutsche Frauen-Meisterschaft in Magdeburg (zuerst Blitz, dann Klassisch) und die Frauen Europameisterschaft in Prag. Aber wie immer versorge ich euch zwischendurch auf jeden Fall mit Blogberichten.